Zwei Arten dieser Gattung Papiliochromis (früher Microgeophagus) aus Südamerika sind beschrieben.
  • Papiliochromis ramirezi, der am häufigsten vertretene Schmetterlingsbuntbarsch in unseren heimischen Aquarien.
  • Papiliochromis altispinosa , der erst 1985 lebend von Bolivien nach Europa eingeführt wurde und auf den ich im nachfolgenden Bericht noch näher eingehen will.

Auch der afrikanische Kontinent kann einen Schmetterlingsbuntbarsch vorweisen, Anomalochromis thomasi , ein schillernder Vertreter dieser Gattung, der in unseren Aquarien leider selten anzutreffen ist.

So sehr der beliebteste und sicherlich auch farbenprächtigste Schmetterlingsbuntbarsch,  P. ramirezi, in unseren Aquarien gepflegt wird, um so enttäuschter sind auch seine Besitzer, wenn diese Fische schon nach kurzer Zeit von zahlreichen Krankheiten befallen werden und schließlich verenden. Auch werden möglichst großgewachsene Ramirezi erworben, da sie hier die beste Farbe zeigen. Da aber dann die Barsche schon mindestens ein Jahr alt sind und mit einer Lebenserwartung von höchstens 2 Jahren aufwarten, ist die Freude nur von kurzer Dauer.

Hier zeigen falsch verstandener Geschäftssinn bei vielen Züchtern, daß durch Überzüchtung und Einsatz von Medikamenten bei der Aufzucht die Farbe, Form und Gesundheit der Barsche verlorengehen. Auch die Einzüchtung von unnatürlichen Farben und überlanger Beflossung kann nicht im Sinne eines naturbewußten Aquarianers sein. Gesunde und prächtige Tiere des Pap. ramirezi, die auch noch einen natürlichen Bruttrieb zeigen, sind heutzutage auf dem Markt kaum noch zu bekommen.

So widmete ich meine ganze Aufmerksamkeit dem zweiten Vertreter dieser Art, Papiliochromis altispinosa. Um zur Zucht dieses Bolivianischen Schmetterlingsbuntbarsches gesunde und natürliche Tiere zu bekommen, besorgte ich mir 2 Pärchen Wildfänge. Prächtige Männchen, ca. 7‑8 cm groß, die Weibchen 2 cm kleiner, aber von gleich guter Konstitution. Runde und volle Bauchpartien der Tiere zeigten, daß der Darmtrakt anscheinend frei von Parasiten ist. Auch die bei Wildfängen sonst häufigen Kiemenschmarotzer konnten nicht festgestellt werden. Nach 14 Tagen Quarantäne wurden die Tiere zur Zucht angesetzt.

Jedes Pärchen zog in ein eigenes, spärlich eingerichtetes 60 cm Becken mit ewas Kies, einer kleine Wurzel und  je ein 10 cm langer, flacher Stein. Der ph‑Wert beträgt um 7,0; die deutsche Härte 8; die Temperatur ca. 24 C. Gefüttert wird ausschließlich Frostfutter, er erfolgt ein wöchentlicher 30% Teilwasserwechsel. Und nach 5 Wochen: Nichts. Nicht einmal Anzeichen von einsetzender Balzstimmung. Auch das Hinzusetzen von Beifischen (Guppys), welche das Brut‑ und Revierverhalten meiner Barsche verstärken sollten,  brachte keinen Erfolg.

Enttäuscht setzte ich beide Pärchen wieder in ein Becken zusammen, da ich das andere Becken für Apistogramma‑Nachzuchten benötigte.

Sofort gingen die Scheinangriffe beider Altispinosaweibchen los. Und es dauerte 2 Tage, bis beide Paare ihr Revier abgesteckt hatten. Jedes Weibchen beanspruchte die Hälfte des Beckens, als optische Grenze diente die kleine Wurzel in der Mitte des Aquariums.

Und am nächsten Tag war es dann soweit. Ein Weibchen steht bewachend über ihrem Stein, auf dem sie ca. 200 kleine, gelbliche Eier abgelegt hatte.

Am übernächsten Tag hat das andere Weibchen, über ihrem Stein stehend,  ähnlich viele Eier dort abgelegt.

Anscheinend war hier das Zusammenlegen beider Paare ausschlaggebend für eine erfolgreiche Eiablage.

Die Aufzucht der Jungen stellte keine weiteren Probleme mehr dar. Nach ca. 4 Tagen schlüpften die Jungen und wurden dann in mehrere kleine Kiesgruben umgebettet.
Nach weiteren 4 Tagen schwammen die Jungen frei und nahmen frisch geschlüpfte Artemia­nauplien an. 6 Wochen später hatten sie bereits 1 cm Länge erreicht.

Weitere erfolgreiche Zuchtversuche dieser Art schlossen sich an.

Anzumerken sei noch, daß meine Wildfänge des Boliv. Schmetterlingsbuntbarsches seit über 3 Jahren von mir gepflegt werden und noch keinerlei Ermüdungserscheinungen aufweisen. Auch gegenüher Krankheiten scheinen diese farbenprächtigen Zöglinge äußerst resistent zu sein.

So kann ich diese Art jedem, der eine Alternative zum P. ramirezi sucht, nur empfehlen. Er wird es ihnen bei Einhaltung von einfach herzustellenden Wasserwerten mit Farbenpracht, Gesundheit und einem interessanten Paarungsritual über viele Jahre hinweg danken.

Text: Wilfried Ettl
A.T.V Schwandorf
   
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