Zur Haltung von Seepferdchen benötigt man ein ca. 250 Liter fassendes Aquarium (Maße 100x50x50 cm). Bei der Einrichtung sollte man auf einen Riffaufbau weitgehend verzichten. Um einen guten Algenwuchs zu gewährleisten, empfehle ich die Beleuchtung mit einer 150 W- HQI Lampe, die ca. 30 - 35 cm über dem Wasser angebracht wird. Die Beleuchtung mit Leuchtstoffröhren ist aber grundsätzlich auch ausreichend. Weiterhin sind natürlich alle üblichen technischen Einrichtungen wie Filter, Eiweißab-schäumer und Heizung notwendig. Hierauf möchte ich aber hier nicht näher eingehen, da Wissenswertes hierzu in allen Fachbüchern nachgelesen werden kann.

Wer Seepferdchen halten will, sollte zuerst über die Ernährung nachdenken. Seepferdchen sind äußest wählerisch darin, was Futter angeht.

Neukäufe nehmen grundsätzlich nur Lebendfutter und hier auch nur ver-traute Sachen. Die am leichtesten zu beschaffende Futterart, die auch gerne genommen wird, sind ausgewachsene lebende Artemien. Sie sind leicht zu beschaffen, einfach zu züchten und haben genau die richtige Größe, um von den Seepferdchen gefressen zu werden.

Seepferdchen fressen außerdem noch gerne junge Sandgarnelen, Mückenlarven aus sauberen Gewässern, junge Guppies und Meerflohkrebse. Wichtig ist noch, ab und zu einige Tropfen eines Vitaminpräparates dem Futter beizumengen. Ist das Becken aufgestellt, eingelaufen und die Salinen-krebszucht erfolgreich geglückt, kann an den Kauf der Tiere gedacht werden. Hier ist folgendes zu beachten:

  1. Die Tiere müssen gut ernährt sein. Das sieht man an den breiten Brustbereich.
  2. Nur Tiere kaufen, die frei von Parasiten sind (ohne weiße Pünktchen).
  3. Die Tiere möglichst nur als Pärchen kaufen. Seepferdchen bleiben sich ihr Leben lang treu und sollten niemals getrennt werden.
  4. Will man mehr als zwei Tiere halten, so kauft man entweder ein Männchen und mehrere Weibchen oder mehrere Pärchen verschiedener Arten. Wenn man zwei Männchen der gleichen Art zusammen in einem zu kleinen Becken hält, kämpfen sie ununterbrochen.
  5. In einem Transportbeutel darf nur ein Tier gesetzt werden. Verlangen Sie beim Händler, daß ein Stück Caulerpa mit in den Beutel gegeben wird. Können Seepferdchen nichts umklammern, geraten sie in Panik.

Zu Hause werden die Tiere dann langsam an das Wasser im Aquarium gewöhnt. Der pH-Wert des Transportwassers und der des Beckens müssen bis auf ca. 0,1 Meßstufen gleich sein. Dies erreicht man durch leichtes Belüften des Beutelwassers unter tropfenweiser Zugabe des Aquarienwassers (Umgewöhnungszeit ca. 45 Minuten). Anschließend können die Tiere dann ins Aquarium gesetzt werden.

Unter guten Bedingungen kommt es bei den Tieren auch im Aquarium zur Paarung. Die Aufzucht der Jungtiere soll hier aber nicht weiter erläutert werden.

Seepferdchen dürfen nicht mit schnellschwimmenden Fischen vergesellschaftet werden. Man kann Hippocampus nur mit anderen Seepferdchen, Seenadeln und Mandarinfischen gut vergesellschaften, da diese ähnlich langsame und ruhige Tiere sind. Auf andere Aquarienmitbewohner wie z.B. Garnelen oder niedere Tiere sollte ebenfalls verzichtet werden. Neulingen in der Meeresaquaristik rate ich dringlichst davon ab, sich Seepferdchen anzuschaffen.

Text:Siegfried und Sebastian Schmid
A.T.V. Schwandorf
   
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