Bei der Apfelschnecke, die ich ein bißchen näher beschreiben möchte, handelt es sich um die am häufigsten gepflegte Art mit dem lateinischen Namen Ampullarius gigas.

Das Wasser in unseren Aquarien sollte von guter Qualität sein und höchstens 19° bis 23° dH aufweisen. Ein häufiger Wasserwechsel (1x die Woche 1/3 des Inhalts) führt deshalb zu deutlich besseren Lebensbedingungen unserer Pfleglinge. So richtig wohl fühlen sich unsere Schnecken aber nur, wenn sie die richtigen Mitbewohner vorfinden.


Nun aber auch ein paar Bemerkungen zur Zucht. Geschlechtsunterschiede unter den fortpflanzungsfähigen Tieren sind nicht bekannt. Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zucht sind eine gute und abwechslungsreiche Fütterung, ein abgesenkter Wasserspiegel auf ca. 10 cm Höhe und eine gutschließende Abdeckscheibe, um die erforderliche Luft- feuchtigkeit im Aquarium zu halten und zu erhöhen. Abgelaicht wird ausschließlich nachts und ausserhalb des Wasserspiegels.

Als Besonderheit möchte ich noch aufführen, daß die Schnecke trotz vorhandener Kiemen auch atmosphärische Luft atmen muß. Je nach Größe klettert sie alle 1 - 4 Stunden an die Wasseroberfläche, um zu atmen. Deshalb sollte das Aquarium nicht zu hoch sein, da ja unsere Schnecke nicht gerade ein Sprinter ist. Interessanterweise ist es aber für die Jungschnecken bis zu 1 cm nicht notwendig, sich zur Wasseroberfläche durchzuschlagen. Ich konnte diesen Vorgang jedenfalls nicht selbst beobachten.
Ein weiteres Problem ist auch die Versorgung unserer Jungschnecken mit dem zur Gehäusebildung notwendigen Kalk. Deshalb sollten die nach Kräften heranwachsenden Tiere in größeren Aquarien gehalten werden, um die Gefahr eines plötzlich auftretenden pH- Sturzes zu vermeiden. Sie entziehen nämlich dem Wasser den notwendigen Kalk, so daß bei einem zu weichen Wasser (weniger als 10o dH) die Gefahr von Gehäuseschäden (Löcher, dünne Schalen) aufgrund einer Unterversorgung besteht.
Werden aber all diese Grundsätze berücksichtigt, hat man an diesen ruhigen und irgendwie doch eleganten Aquarientieren viel Freude.

Neben der von mir beschriebenen Apfelschnecke Ampullarius gigas sind derzeit noch zwei Arten bekannt:
Ampullarius scalaris
Ampullarius australis
Ampullarius australis
Ich hoffe, mit diesen Beitrag Ihr Interesse für die Ampullarius gigas geweckt zu habe.
Text: Jürgen Kraus
Fotos: Wolfgang Haschke
A.T.V. Schwandorf